Sektion Ingolstadt

Sektion Ingolstadt

Donnerstag, 24.09.2026 - 18:00

„Die Sicherheit Litauens ist unsere Sicherheit" - die Bundeswehr und die Verteidigung des Baltikums

Seit 2017 sind deutsche Soldaten, als Teil einer multinationalen Einheit, in Litauen stationiert. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 22. Februar 2022 ist die Sorge in Europa vor einer Ausweitung der russischen Aggression gestiegen. Die – noch – „nur“ hybride Kriegführung Putins gegen die kritische Infrastruktur in Deutschland hat inzwischen bedrohliche Ausmaße erreicht. Aber nicht nur Deutschland ist im Visier Russlands, die NATO als Ganzes ist bedroht. Vor allem die drei baltischen Staaten, ehemalige Kriegsbeute Stalins und dann Satellitenstaaten unter dem diktatorischen Joch der UdSSR bieten sich für Putin an, es zunächst mit einem begrenzten Angriff am Rand des NATO-Gebiets zu versuchen und festzustellen, wie weit er gehen kann, bis die allerletzte „rote Linie“ überschritten ist. Besonders Litauen scheint für Putin geeignet zu sein, einen „Probe“-Angriff anzusetzen, zumal die nur 65,4 Kilometer breite „Suwalki-Lücke“ (bzw. „Suwalki-Korridor“) im Süden Litauens als die derzeit gefährlichste Region Europas gilt. Die „Suwalki-Lücke“ ist die Landverbindung zwischen der militärisch hochgerüsteten russischen Enklave Kaliningrad (ehemals das deutsche Königsberg) und dem Kernterritorium der Russischen Föderation. Von hier aus könnten nuklear bestückte ballistische Raketen unter anderem auch Berlin erreichen. Eine Gegenwehr wäre derzeit praktisch noch nicht möglich! Und hier könnte der russischen Armee das gelingen, was ihr zu Beginn des Ukraine-Krieges in Kiew nicht gelungen ist: innerhalb weniger Stunden vollendete Tatsachen zu schaffen. Aus diesem Grund baut die Bundeswehr eine Brigade mit 5.000 Soldaten zum Schutz des baltischen EU- und NATO-Staates auf. Eine deutsche Brigade für Litauen, dauerhaft dort stationiert, ist ein Umbruch in der Geschichte der Bundeswehr.
Ziel ist es, das NATO-Bündnisgebiet an der Ostflanke gegenüber Russland glaubhaft zu schützen und abzuschrecken. Bis Ende 2027, wenn Infrastruktur, Personal und Ausstattung wie geplant bereitstehen, soll die volle Einsatzfähigkeit erreicht sein. Wie ist der Fortschritt? Und wie sieht der Alltag für die Soldaten vor Ort aus? Wieso steht Litauen so im Fokus und wie soll die deutsche Brigade 45 „Litauen“ aufgebaut sein? Wie ist sie in die Verteidigungs-Planung der NATO eingebunden?
Vortrag und Diskussion
Referent: Oberleutnant Frederik Ströhlein , Jugendoffizier am Standort Ellwangen

Oberleutnant Frederik Ströhlein, derzeit Jugendoffizier in Ost-Württemberg, war von Oktober 2024 bis März 2025 Offizier im Stab des deutschen Kontingents in Litauen und Sprecher für die 16. und 17. Rotation der multinationalen Battle Group. Zuvor war er bereits als Offizier für Operative Kommunikation Teil der multinationalen Battle Group in der Slowakei. Im Rahmen seiner Ausbildung beschäftigte sich der Jugendoffizier intensiv mit der litauischen Politik, Sicherheitsarchitektur und Verteidigungsplanung und war auch mehrmals bei den Streitkräften Litauens zu Gast.

Ort: Barocksaal des Stadtmuseums Ingolstadt - Auf der Schanz 45 , 85049 Ingolstadt
Organisator: Dr. Thomas Müller thomas2mueller@bundeswehr.org


Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Ingolstädter Sektion der „Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V.“,

am Donnerstag, den 24. September 2026 informiert uns Herr Oberleutnant Frederik Ströhlein (Jugendoffizier am Standort Ellwangen) von 18.00 bis 20.00 Uhr  im Barocksaal des Stadtmuseums Ingolstadt  über das Thema „`Die Sicherheit Litauens ist unsere Sicherheit´ – die Bundeswehr und die Verteidigung des Baltikums“.

Frederik Ströhlein, Jugendoffizier und Presseoffizier der 16. und 17. Rotation der multinationalen Battle Group Litauen, berichtet über die aktuellen Entwicklungen.

Wir von der Sektionsleitung freuen uns, wenn wir Ihr Interesse an dieser Veranstaltung geweckt haben sollten und wir uns am 24 September zum Vortrag treffen! 

Herzliche Grüße an Sie alle!

Dr. Thomas Müller, Sektionsleiter / Dipl.-Kfm. Ursula Barth, Geschäftsführerin.

P.S. 

  1. Zu diesem Thema hat Frau Dr. Julia Egleder, Redakteurin der sicherheitspolitischen Zeitschrift „loyal“ in der aktuellen Ausgabe einen interessanten Artikel veröffentlicht. Mehrere Ausgaben liegen am Vortragsabend aus und können von Interessierten gerne (kostenlos!) mitgenommen werden.
     
  2. Frau Dr. Julia Egleder wird am Donnerstag, den 26. November einen Vortrag über die russische Schattenflotte halten. Dazu erhalten Sie natürlich rechtzeitig eine gesonderte Einladung.