Sektion Erfurt

Sektion Erfurt

Montag, 14.09.2026 - 18:00

4 Jahre Krieg in der Ukraine Wie wirkt sich der Krieg auf Soldaten und Gesellschaft aus?

in Kooperation mit der Friedrich-Neumann-Stiftung, Reservistenverband der Deutschen Bundeswehr e.V., Deutsch/Atlantische Gesellschaft e.V.

Paneldiskussion
Ort: Rathaus Erfurt - Fischmarkt 1 , 99084 Erfurt
Organisator: Herr Michael Adam erfurt@gsp-sipo.de
, 99097 Erfurt  015254274126

Nach den Grußworten der Gastgebenden begann Oberstleutnant i.G. Thilo Geiger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IFSH in Hamburg mit seinem Vortrag. Hybride Kriegsführung, so Geiger, folgt, der von Clausewitz formulierten Idee den Feind wehrlos zu machen, um ihm den eigenen Willen aufzuzwängen. 

Für Russland bedeutet dies, die Bündnisse NATO und EU wehrlos zu machen, indem die einzelnen Mitgliedstaaten destabilisiert werden. Ist ein Staat instabil, oder die Bürger empfinden eine Instabilität, steigt der Ruf nach nationalistischen Lösungen und damit sinkt die Bündnissolidarität. Die Destabilisierung zielt dabei auf unterschiedliche Dimensionen eines Staates, um dort virtuell, physisch und vor allem kognitiv zu wirken.  Aus russischer Sicht ist dies der Schlüssel zum Erfolg. Der Schutz der Gesellschaft und unserer Demokratie vor diesen Angriffen muss noch deutlicher in den Fokus rücken. 

Kerry Aileen Hoppe (Mitglied im Bundesvorstand der FDP) sprach in ihrem Vortrag über Ihre Erfahrungen vom letzten Besuch in der Ukraine. Hier ging es nicht nur um die Eindrücke aus dem Land, sondern auch von ihren Erfahrungen mit den sozialen Medien, wie diese mit dem Besuch umgegangen sind.

Vasyl Vitenko ist Vorsitzender des Verbandes Ukrainischer Landsleute in Thüringen und berichtet, wie sein Verein Spenden sammelt, Transporte von Hilfsgütern organisiert und wie Freunde und Verwandte den Krieg in der Ukraine erleben. 

Besonders eindrucksvoll, weil sehr bildgewaltig war der Vortrag von dem Kriegsreporter Till Mayer aus Bamberg. Er berichtet seit 2017 über den Krieg mit Reportagen und seiner Kamera. Er zeigte, wie sehr der Krieg das Land und die Städte zerstört hat, welche gesundheitlichen Schäden bei der ukrainischen Bevölkerung physisch wie psychisch zugenommen haben. 

Die von Thomas Nagel geleitete Diskussion zeigte sehr eindrucksvoll die Solidarität der Anwesenden mit dem ukrainischen Volk, jedoch auch wenig Zuversicht auf einen baldigen Frieden in Europa.


zur Sektion